Die Anamnese trennt professionelle Personal Trainer vom „Fitnessstudio-Instruktor“
Die Anamnese ist der einziger Moment die du vor der Trainingsplanung hast. Ist sie schlecht, wird alles Weitere zum Raten. Ist sie gut, planst du sicher, erkennst Risiken und wirkst bei neuen Kunden sofort professionell.
Aber die meisten Personal Trainer in Brasilien arbeiten mit einer improvisierten Anamnese — ein ausgedruckter Bogen aus dem Studium, ein Google-Formular mit 8 Fragen oder, noch schlimmer, "ich frage einfach im ersten Training nach".
Dieser Beitrag verfolgt drei Ziele:
- Komplette Vorlage: was du fragen solltest (und in welcher Reihenfolge)
- Was du NICHT fragen solltest (zu viel wird zu Rauschen + Datenschutzrisiko)
- Anamnese in die App integrieren und das Klemmbrett endlich ablegen
Vorlage: 5 Pflichtblöcke
Block 1 — Persönliche Daten und Kontakt
- Vollständiger Name
- Geburtsdatum (Alter wird berechnet)
- Handynummer (mit WhatsApp)
- Adresse (nur Stadtteil/Stadt — für den Start brauchst du keine genaue Straße)
- Notfallkontakt: Name + Telefonnummer + Verwandtschaftsgrad
Darum: Im Notfall während des Trainings muss ein Angehöriger erreichbar sein. Ohne diese Angabe bist du ungeschützt.
Block 2 — Gesundheitsvorgeschichte
- Hast du eine diagnostizierte Erkrankung? (Bluthochdruck, Diabetes, Asthma, Herzerkrankung, Gelenkprobleme, Rückenprobleme)
- Nimmst du dauerhaft Medikamente ein? Welche?
- Schon mal operiert worden? Wann? Wo?
- Hast du Allergien (Medikamente, Lebensmittel, Kontakt)?
- Hast du aktuelle oder chronische Verletzungen? Wo tut es weh? Seit wann?
- Schon mal plötzlich bewusstlos geworden oder schwindelig beim Training?
- PAR-Q (Kurzfassung): Hat dir jemals ein Arzt aus gesundheitlichen Gründen von Sport abgeraten?
Block 3 — Ziel und Kontext
- Was ist dein Hauptziel? (Muskelaufbau, Abnehmen, Leistung, Gesundheit, Ästhetik, Schmerzen)
- Welchen Zeitraum hast du dir vorgestellt? (Hilft, die Erwartungen einzuordnen)
- Warum dieses Ziel jetzt? (Dieses „Warum“ ist Gold für die Kundenbindung)
- Schon mal trainiert? Wie lange? Wo und warum aufgehört?
- Gibt es andere sportliche Aktivitäten? (Laufen, Fußball, Tanzen usw.)
- Wie oft pro Woche kannst du realistisch trainieren?
- Arbeiten Sie im Stehen oder im Sitzen? Wie viele Stunden am Tag?
Block 4 — Gewohnheiten und Lebensstil
- Wie viele Stunden schläfst du pro Nacht?
- Wie viele Gläser Wasser trinkst du am Tag?
- Rauchst du? Wie viele Zigaretten pro Tag?
- Trinkst du Alkohol? Wie oft pro Woche?
- Gibt es eine Ernährungsberatung?
- Arbeiten Sie in einem stressigen Job?
Block 5 — Einwilligungserklärung und LGPD
- Ich bin damit einverstanden, diese Informationen mit meinem Personal Trainer zu teilen
- Ich bin damit einverstanden, dass Fortschrittsfotos/-videos aufgenommen werden (mit der Option, sie nicht in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen)
- Ich bin damit einverstanden, Erinnerungen per WhatsApp zu erhalten
- Ärztliches Attest angehängt (falls zutreffend)
Ohne diese unterschriebene Einwilligung kann jedes Foto von dir, das er macht, zum Rechtsfall werden. Datenschutz ist kein Spaß.
Was du NICHT fragen solltest
Eine aufgeblähte Anamnese ist genauso schlecht wie keine. Der Kunde bricht beim Fragebogen mit 60 Fragen ab.
- Einkommen: irrelevant für die Trainingsplanung.
- Religion / sexuelle Orientierung: irrelevant und erzeugt unnötiges DSGVO-Risiko.
- Bildungsstand: irrelevant.
- Detaillierter Menstruationszyklus im Erstformular — frag nur, wenn du eine Frau mit Leistungsfokus trainierst und sie sich dir gegenüber wohlfühlt.
- Vollständiger Familienverlauf: Konzentriere dich auf "plötzlicher Herztod vor 50 bei nahen Verwandten" (kardiales Warnsignal). Der Rest ist zu viel des Guten.
Die 5 häufigsten Fehler
1. „Ich habe nichts“ akzeptieren, ohne nachzufragen
Der Kunde sagt „Ich habe nichts“ und kommt dann mit „Ach ja, ich nehme Losartan“. Immer nachhaken: „Nimmst du irgendwelche Medikamente, auch wenn es nur etwas gegen Bluthochdruck, Allergien oder Kopfschmerzen ist?“
2. Nicht nach aktuellen Schmerzen fragen
Dass dein Kunde seit 2 Jahren Rückenschmerzen hat, erfährst du erst, wenn er sich bei der Kniebeuge beschwert. Frag in der Anamnese nach.
3. Notfallkontakt überspringen
Das Undenkbare passiert: Ein Kunde wird im Training schwach, und du hast keine Telefonnummer der Familie. Lass es nicht so weit kommen.
4. Das „Warum“ vergessen
„Ich will abnehmen“ ohne das Warum ist brüchig. „Ich will abnehmen, weil ich in 6 Monaten heirate“ ist ein Kompass fürs ganze Jahr. Frag nach.
5. Nicht aktualisieren
Die Anamnese ist kein statisches Dokument. Überprüfe sie alle 6 Monate. Kundin schwanger, Verletzung beim Fußball, Blutdrucksenker verordnet — alles verändert das Training.
So löst Trainer Connect das
Die Anamnese von Trainer Connect ist digital, integriert und verantwortungsvoll:
- Der Kunde füllt es in der App aus vor dem ersten Training (Link oder QR-Code).
- Red Flags werden hervorgehoben im Profil (Herzerkrankung, positiver PAR-Q, aktuelle Verletzung) — du siehst es bei jedem Training, das du öffnest.
- DSGVO-Einwilligung integriert — digitale Signatur mit Hash, rechtlich gültig.
- Automatische Neubewertung alle sechs Monate — das System erinnert dich und den Sportler.
- Versionierter Verlauf — du siehst, was sich seit dem letzten Mal verändert hat.
Dem Kunden gefällt es, weil es professionell wirkt. Du profitierst, weil du rechtlich abgesichert bist und die Daten für eine saubere Trainingsplanung hast.
Fertige Vorlage zum Download
In den nächsten Wochen bereiten wir eine kostenlose PDF-/Word-Vorlage vor. Bis dahin übernimm einfach die Struktur der 5 Blöcke oben – das reicht, um professionell zu starten.
Wenn du lieber direkt die digitale Version nutzt, erstelle dein kostenloses Konto bei Trainer Connect — standardisierte Anamnese ist bereits eingerichtet.